Logo des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Zusatzlogo: Gezeichnetes Kind springt auf farbigen rechteckigen Blöcken.

FAQs

Stand: August 2019

 

Interessenbekundungs- und Antragsverfahren

Antragsberechtigt sind juristische Personen des öffentlichen oder privaten Rechts mit Sitz in Deutschland (Zuwendungsnehmer) als Träger von öffentlich geförderten Kinderbetreuungseinrichtungen.
Träger von öffentlich geförderten Kinderbetreuungseinrichtungen im Sinne von Kindertagespflegestellen oder Heimerziehung stellen keine antragsberechtigten Personen dar.
Anträge können somit von örtlichen Trägern der öffentlichen Jugendhilfe und anerkannten Träger der freien Jugendhilfe nach SGB VIII gestellt werden.

Das Antragsverfahren im Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen und Erzieher“ startete mit dem vorgeschalteten Interessenbekundungsverfahren am 25.03.2019.

Das Formular für das Interessenbekundungsverfahren finden Sie auf www.bundesprogramm-fachkraefteoffensive.de. Sie können Ihre Angaben online und papierlos machen. Das Interessenbekundungsverfahren ist noch offen für die Programmbereiche „Praxisanleitung“ sowie „Perspektiven mit Aufstiegsbonus“.

Wenn Sie zum Antragsverfahren zugelassen sind, erhalten Sie eine E-Mail von der Servicestelle Fachkräfteoffensive. Darin ist vermerkt, wie viele Ausbildungen, Freistellungen und/oder Aufstiegsboni Sie beantragen können.
Unter folgendem Link finden Sie Handlungsanleitungen zur Antragsstellung in den jeweiligen Programmbereichen, die Sie nach erfolgter Aufforderung zur Antragstellung nutzen können.

Sofern Ihr Träger bereits registriert ist, kontaktieren Sie die Servicestelle bitte unter service@bundesprogramm-fachkraefteoffensive.de. Teilen Sie uns in der E-Mail bitte Ihren Trägernamen sowie die Trägeradresse mit. Die Servicestelle ermöglicht Ihnen dann den Zugriff auf den jeweiligen Programmbereich.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, schicken wir Ihnen einen Link zur neuen Passwortvergabe zu. Bitte klicken Sie dazu auf der Startseite der Fördermitteldatenbank auf „Passwort vergessen?“ und geben Sie Ihre registrierte E-Mail-Adresse an. Bitte kontaktieren Sie die Servicestelle unter service@bundesprogramm-fachkraefteoffensive.de, wenn Sie nicht mehr wissen, mit welcher E-Mail-Adresse Sie sich registriert haben.

Bei technischen Fragen können Sie sich an den technischen Support der Servicestelle wenden. Dieser ist erreichbar unter service@bundesprogramm-fachkraefteoffensive.de bzw. 030 – 28 409 322. Die Hotline-Zeiten sind Montag, Dienstag und Mittwoch von 9:00 bis 12:00 Uhr und Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr.

Die Anzahl der Plätze ist nach den Plätzen, die zur Berechnung des Fachkräfteschlüssels maßgeblich sind zu benennen.

Die Einrichtungsnummer ist die Nummer, welche das Jugendamt an die Einrichtungen vergibt, beispielsweise Aktennummer etc.

Bitte berücksichtigen Sie hier ausschließlich Auszubildende im Rahmen einer praxisintegrierten vergüteten Ausbildung.
Anerkennungspraktikanten, die im Rahmen einer vollzeitschulischen Ausbildung in der Kita tätig sind und angeleitet werden, bleiben an dieser Stelle unberücksichtigt.
Unberücksichtigt bleiben auch Auszubildende aus anderen Bereichen der Jugendhilfe bei einem Träger. Maßgeblich sind Auszubildende in Kinderbetreuungseinrichtungen.

Programmbereichsübergreifend

Die Förderung der praxisintegrierten vergüteten Ausbildung richtet sich an Personen, die die Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung zum/zur Erzieher/in nach den jeweiligen Landesregelungen erfüllen.

Im Programmbereich Praxisanleitung kann die Zusatzqualifikation und/oder die Freistellung von pädagogischen Fachkräften gefördert werden, die in der Einrichtung Personen in einer praxisintegrierten Ausbildung anleiten werden. Auch hier sind die jeweiligen Landesvorgaben zu beachten.

Der Aufstiegsbonus richtet sich an pädagogische Fachkräfte, die vor Höhergruppierung bzw. Zulagengewährung mindestens in bzw. analog TVöD S8a eingruppiert sind und welche eine spezifische Zusatzqualifizierung nach den jeweiligen Ländervorgaben absolviert haben sowie entsprechend dieser Zusatzqualifizierung mit besonderen Tätigkeiten in der Einrichtung betraut werden. Leitungstätigkeiten, heilpädagogische Tätigkeiten sowie Handlungsfelder, die allein auf einem Hochschulabschluss basieren, sind im Programmbereich „Perspektiven mit Aufstiegsbonus“ – außer in Ausnahmefällen – nicht förderfähig.

In allen Programmbereichen haben die Bundesländer die Möglichkeit spezifische Kriterien oder sonstige Vorgaben als Grundlage für das Auswahlverfahren zu definieren.

Im Programmbereich Praxisintegrierte vergütete Ausbildung haben beispielsweise einige Bundesländer Vorgaben bezüglich teilnahmeberechtigter Landkreise bzw. kreisfreier Städte oder Fachschule(n)/-akademie(n) getroffen. Wenn dies der Fall ist, werden im Formular nur die ausgewählten Landkreise bzw. kreisfreien Städte oder Fachschule(n)/-akademie(n) angezeigt.

Nach Prüfung der Interessensbekundungen wird eine Liste mit den förderwürdigen Interessensbekundungen an das jeweilige Bundesland zur Votierung versendet. Auf Grundlage des Landesvotums werden die entsprechenden Träger zur Antragsstellung aufgefordert.

Bitte beachten: Für die Qualifizierung zur Praxisanleitung (Modul 1 im Programmbereich 2) ist keine Interessenbekundung vorgesehen. Der Zuschuss zu den Ausgaben für eine Qualifizierung zur Praxisanleitung kann direkt nach Start des Antragsverfahrens beantragt werden. Über den Start des Antragsverfahrens wird gesondert informiert (siehe oben).

Die für die jeweiligen Programmbereiche geltenden Kriterien sind auf der Website http://www.fruehe-chancen.de veröffentlicht. Die von den Bundesländern in den drei Programmbereichen festgelegten Vorgaben sind jeweils für jeden Programmbereich  dargestellt und in den Eingabefeldern entsprechend hinterlegt (z.B.: Festlegung der Ausbildung an ausgewählten Fachschulen/-akademien).

Einige Bundesländer sehen die Verknüpfung zweier bzw. aller Programmbereiche vor. In diesen Fällen sind Interessenbekundungen im Programmbereich Praxisanleitung – Modul 2 „Ressourcen für Anleitung“ bzw. Perspektiven mit Aufstiegsbonus in diesen Bundesländern nur Trägern möglich, welche sich auch am Programmbereich Praxisintegrierte vergütete Ausbildung beteiligen.

Die Auswahl der für die Förderung vorgesehenen Träger von Kinderbetreuungseinrichtungen trifft das Bundesministerium unter Beteiligung der Bundesländer. In der Regel entscheidet der Zeitpunkt des Eingangs der Interessenbekundung. Sollte für ein Bundesland ein anderes Verfahren zum Tragen kommen, wird hierüber zeitnah informiert.

Für eine Förderung muss nach dem Interessenbekundungsverfahren ein Antrag gestellt werden. Der Start des Antragsverfahrens ist für Ende April geplant.

Die Förderung im Programmbereich Praxisintegrierte vergütete Ausbildung ist an die Ausbildungsjahre gekoppelt und startet zum Ausbildungsjahr 2019/2020, d. h. im Sommer 2019.

Unter Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel wird es ein weiteres  Interessenbekundungsverfahren voraussichtlich im Frühjahr 2020 für einen zweiten geförderten Jahrgang mit Beginn zum  Ausbildungsjahr 2020/2021 geben.

Die „Qualifizierung zur Praxisanleitung“ im Programmbereich Praxisanleitung– Modul 1 ist nicht an Ausbildungsjahre gekoppelt. Hier kann die Förderung direkt nach der Bewilligung des Antrags erfolgen.

Das Modul 2 der Praxisanleitung „Ressourcen für Anleitung“ ist an die Ausbildungsjahre gekoppelt. Die Förderung der Freistellung für die Praxisanleitung beginnt erstmalig mit dem Schuljahr 2019/2020. Nachfolgend ist eine fortlaufende Antragstellung möglich. Die Förderung der Freistellung im Jahr 2022 steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel.

Die Förderung im Programmbereich Perspektiven mit Aufstiegsbonus kann direkt im Anschluss an die Bewilligung des jeweiligen Antrags starten. Auch in diesem Programmbereich ist eine fortlaufende Antragstellung möglich.

Die Finanzierung aller drei Programmbereiche (Praxisintegrierte vergütete Ausbildung, Praxisanleitung und Perspektiven mit Aufstiegsbonus) erfolgt unter Vorbehalt der parlamentarischen Haushaltsbeschlüsse.

Ja, ein Träger kann sich in der Regel auf eine Förderung in allen drei Programmbereichen bewerben.

Die Bewerbung in mehreren Programmbereichen ist keine zwingende Voraussetzung, sofern das jeweilige Bundesland keine Verknüpfung der Programmbereiche vorgesehen hat (s. a. Frage 4).

Ja, wenn die Praxisanleitung durch entsprechend qualifizierte Fachkräfte gewährleistet ist und der Anstellungsträger nicht die Schule ist, sondern Träger einer Kinderbetreuungseinrichtung ist.

Für die Frage der Antragsberechtigung ist nicht die Form der Ganztagsschule (z.B. offen oder gebunden) ausschlaggebend, sondern die Trägerschaft der nicht-schulischen Betreuung.

Programmbereich 1 – Praxisintegrierte vergütete Ausbildung

Im Rahmen des Bundesprogramms „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen und Erzieher“ werden Ausbildungen gefördert, in denen

  • die Praxisphasen in die Ausbildung integriert sind, was bedeutet, dass sich die fachtheoretische und fachpraktische Ausbildungsphase abwechseln und
  • die Fachschülerin bzw. Fachschüler während der Ausbildung bei einem Träger der Kinder- und Jugendhilfe eine Vergütung im Rahmen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung erhält.

Bundesweit gibt es verschiedene Begrifflichkeiten, welche dieser Definition von „praxisintegrierter Ausbildung“ entsprechen, darunter:

  • Teilzeitausbildung (z.B. auch: Ausbildung in Teilzeitform)
  • Berufsbegleitende bzw. Tätigkeitsbegleitende Ausbildung,
  • Berufsbegleitende bzw. Tätigkeitsbegleitende Teilzeitausbildung
  • Praxisintegrierte Ausbildung (im Folgenden auch: PIA) sowie
  • Berufsbegleitende Weiterbildung.

Es gibt grundsätzlich keine Einschränkung auf eine bestimmte Zielgruppe. Mit der vergüteten praxisorientierten Ausbildungsform können aber Personen angesprochen werden, für die eine vollzeitschulische Ausbildung weniger geeignet ist (z. B. berufserfahrene Quereinsteigende). In Einzelfällen behalten sich Bundesländer die Teilnahme einer bestimmten Zielgruppe vor, wie z. B. Hamburg mit der Ausrichtung auf Personen mit kleinen Kindern.

Nein. Gefördert werden grundsätzlich Ausbildungen an Fachschulen/-akademien, die mit dem Abschluss Staatlich anerkannte/r Erzieher/in enden.

Die Höhe des pauschalen Zuschusses an der Ausbildungsvergütung richtet sich nachdem TVAöD, besonderer Teil Pflege. Die Förderung erfolgt in den einzelnen Ausbildungsjahren degressiv und orientiert sich im 1. Jahr an 100 %, im 2. Jahr an 70 % sowie im 3. Jahr an 30 % der zugrundeliegenden Ausbildungsvergütung im TVAöD inklusive der Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung. Daraus ergeben sich folgende pauschalen Zuschüsse (pro Monat und auszubildender Person):

  • 1. Jahr = 1.450 €
  • 2. Jahr = 1.130 €
  • 3. Jahr =    540 €

Die auszubildende Person ist im Rahmen des Ausbildungsverhältnisses sozialversicherungspflichtig zu beschäftigen und mindestens analog zum „TVAöD besonderer Teil der Pflege“ einzugruppieren. Die Ausbildungsvergütung (Arbeitnehmer-Brutto) hat im ersten Ausbildungsjahr mindestens 1.140,69 €, im 2. Ausbildungsjahr mindestens 1.202,07 € und im 3. Ausbildungsjahr mindestens 1.303,38 € zu betragen.

Grundsätzlich haben Träger mit Vergütungsregelungen in Form eines (Ausbildungs-) Tarifvertrags verschiedene Möglichkeiten die Mindestvergütung zu erzielen:

  1. Die auszubildende Person kann bei praxisintegrierter Ausbildung nach Beschäftigtentarif (nicht Auszubildendentarif) eingruppiert werden, bei der die erforderliche Vergütungshöhe über die Anpassung der Wochenstundenzahl erzielt werden kann. Bei der Festlegung der Wochenstundenzahl wird dabei grundsätzlich ein hauptberufliches Beschäftigungsverhältnis in der Regel mit mind. der Hälfte der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit einer/eines Vollbeschäftigten geschaffen. Die fachlichen Vorgaben des Landes an die Ausbildung müssen dabei umsetzbar bleiben.
  2. Der auszubildenden Person kann eine Zulage vertraglich zugesprochen werden, wodurch die Mindestwerte erreicht werden.

Ja, es werden nur Träger gefördert, die mindestens eine zusätzliche vergütete Praxisstelle mehr als im Vergleich zum Vorjahr anbieten.

Der Nachweis erfolgt durch den Träger der Einrichtung über einen Abgleich mit den bisherigen Ausbildungszahlen. Der Träger muss im Interessenbekundungsverfahren die Anzahl der im Vorjahr in praxisintegrierten vergüteten  Ausbildungsmodellen ausgebildeten Personen angeben und durch die Teilnahme diese Anzahl um mindestens eine Person erhöhen.

Ja, solange die im Rahmen des Bundesprogramms bezuschussten Ausbildungsplätze zusätzlich durch die Träger bereitgestellt werden. Für sich bereits in praxisintegrierten Ausbildungen befindende Auszubildende ist keine Förderung seitens des Bundesprogramms möglich.

Grundsätzlich soll die geförderte Ausbildung innerhalb von drei Jahren abgeschlossen sein. Bei einer längeren Ausbildungsdauer kann die Förderung der Teilnehmenden Vergütung in der Regel nur für drei Jahre erfolgen.

Ja, sofern eine durchgehende Praxisanleitung durch den Träger gewährleistet ist.

Ja, eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem antragsstellenden Träger und dem/den Träger/n der kooperierenden Fachschule(n)/-akademie(n) ist im Antragsverfahren mit einzureichen. Dadurch soll die Zusammenarbeit beider Lernorte gestärkt werden.

Einige Bundesländer haben eine Festlegung getroffen, mit welcher/n Fachschule(n)/-akademie(n) der/die Träger kooperieren kann bzw. können. In den Bundesländern, die keine Vorgaben treffen, ist die Auswahl der Fachschule(n)/-akademie(n) frei.

 a) Gilt nur für Hessen: Was muss der Letter of Intent enthalten?

Ausreichend ist ein formloses Schreiben, mit dem die Fachschule zum Ausdruck bringt, dass Sie über das Ansinnen des Trägers informiert ist und eine Kooperation mit dem Träger grundsätzlich für möglich erachtet.

b) Gilt nur für Hessen: Müssen die Fachschulen eine neue Klasse bilden?

Im Verbund mit einem anderen Träger muss die Zuweisung eine auskömmlicher Teilnehmendengruppe zustande kommen.

Nein, gefördert werden können nur Ausbildungen an Fachschulen, bzw. Fachakademien, nicht an Fachhochschulen, Hochschulen oder Universitäten.

Ja, ein unterjähriger Start der Ausbildung ist grundsätzlich und nach Maßgabe der geltenden Landesvorgaben möglich.

Die Träger sind verpflichtet, Lösungen zu entwickeln für Fälle von Versetzungsgefährdungen (wegen längerer unvorhergesehener Abwesenheiten wie Krankheit, Schwangerschaft o. ä.), die dazu führen könnten, dass Teilnehmende der Fachkräfteoffensive ihre Ausbildung nicht innerhalb der Programmlaufzeit abschließen können. Generell gilt, dass der Projektträger sicherzustellen hat, dass die Teilnehmenden die Möglichkeit haben, den Abschluss „Staatlich anerkannte/r Erzieher/in“ zu erlangen, z. B. durch einen Wiedereinstieg zu einem späteren Zeitpunkt. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass dieser auch nach dem Ende der Förderung über das Bundesprogramm  liegen kann – z. B. bei einer längeren Unterbrechung im letzten Ausbildungsjahr der letzten durchgeführten Ausbildungsklasse. Es gelten für die Fachschülerinnen und Fachschüler die gesetzlichen Regelungen der Sozialversicherung, so dass z. B. in einem längeren Krankheitsfall nach 6 Wochen die Zahlung des Krankengelds durch die Krankenkasse geleistet wird.

Der Zuwendungsempfänger muss in jedem Fall sicherstellen, dass die Vergütung bis zum Ausbildungsende und somit im gegebenen Fall über den Förderzeitraum hinaus gewährleistet ist!

Nein, der Träger verpflichtet sich, die durch das Programm geförderten Fachschülerinnen und Fachschüler sozialversicherungspflichtig zu beschäftigen. Damit ist der Bezug von Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) ausgeschlossen.

Nein, im Rahmen der Fachkräfteoffensive werden zusätzliche Ausbildungsplätze gefördert, d. h. zusätzlich zu bereits bestehenden Ausbildungsförderungen. Deswegen ist die Teilnahme von Umschülerinnen und Umschülern, welche die Förderung der beruflichen Weiterbildung nach § 81 SB III erhalten, ausgeschlossen.

Mit der Fachkräfteoffensive unterstützt der Bund die Bemühungen der Länder, Schulgeldfreiheit für die Ausbildung zum/r Erzieher/in einzuführen. Die geförderten Fachschülerinnen und Fachschüler selber haben kein Schulgeld zu bezahlen. Dies muss ggf. z. B. der Träger der Einrichtung als Eigenanteil übernehmen.

Die Fachschülerinnen und Fachschüler, für welche der Zuschuss zur Vergütung beantragt wird, sind durch die Träger im Antragsverfahren namentlich zu benennen. Grundsätzlich können die Beschäftigungsverträge erst nach Bewilligung des jeweiligen Antrags geschlossen werden.

Sollte es zeitlich bedingt sein, dass ein Vertrag vor Bewilligung des Antrags auf Förderung abgeschlossen werden muss, so muss dieser vorbehaltlich der Zusage der Förderung im Rahmen des Bundesprogramms Fachkräfteoffensive abgeschlossen werden. Ein entsprechender Passus muss im Vertragstext enthalten sein.

Unter Berücksichtigung der nach Landeskriterien zulässigen Antragstellung sowie der vollständigen Antragsübermittlung (inkl. erforderlicher Anlagen) ist von einer Bewilligung innerhalb von grundsätzlich 3 Wochen ab Posteingang auszugehen.

Seitens des Bundesprogramms gibt es hierzu keine Vorgabe. Die Träger sind frei in der Gestaltung der Verträge, so lange gewährleistet ist, dass die Teilnehmenden sozialversicherungspflichtig beschäftigt und analog zum TVAöD Pflege eingruppiert sind.

Kinderpfleger/innen (oder z.B. auch Sozialassistent/innen) können – abhängig von den jeweils geltenden Landesvorgaben für die Zulassung an der Ausbildung zum/zur staatlich anerkannten Erzieher/in – am Programm teilnehmen und im Rahmen des Programms gefördert werden.
Die Förderung von Ausbildungsverhältnissen zum/zur Kinderpfleger/in (bzw. Sozialassistent/innen) ist aber nicht möglich.

Der Antrag wird für die gesamte Dauer der Ausbildung gestellt, es muss nicht für jedes Jahr ein neuer Antrag gestellt werden.

Ja, die Praxisstelle kann grundsätzlich im Rahmen der möglichen Ausbildungsregelungen, in der Regel 6 Wochen nach Ausbildungsbeginn, nachbesetzt werden.

Nein. Im Rahmen des aktuellen Interessenbekundungsverfahrens können nur Bewerbungen für Plätze für das Ausbildungsjahr 2019/2020 abgegeben werden.

Auf der Seite https://www.jugendhilfeportal.de/stellenmarkt/ können noch offene Ausbildungsplätze inseriert werden. Wichtig dabei ist, dass Sie in den Inserat-Texten die Stichworte „Fachkräfteoffensive“ und „Ausbildung“ eingebunden sind.

Programmbereich 2 – Praxisanleitung

Die Kriterien entsprechen den jeweiligen Landesvorgaben zur Anerkennung einer Zusatzqualifikation zur Praxisanleitung.

Es werden Qualifizierungen mit einem Betrag von bis zu 1.000 € pro Person bezuschusst. Qualifizierungen werden nur gefördert, wenn keine anderen Förderungen in Anspruch genommen werden können und die Qualifizierung allein von der Fachkraft getragen werden müsste, d. h. bestehende Landesförderungen dürfen nicht ersetzt werden.

Momentan stehen im Bundesprogramm Mittel bis Ende des Jahres 2020 zur Verfügung. Für die Geltendmachung der Ausgaben ist insofern die zugehörige Rechnungstellung seitens des Anbieters und Rechnungsbegleichung seitens des Zuwendungsempfängers bis spätestens 31.12.2020 erforderlich.

Die Kriterien entsprechen den jeweiligen Landesvorgaben zur Anerkennung einer Zusatzqualifikation zur Praxisanleitung: Teilweise geben die Bundesländer vor, welche Qualifizierungen förderfähig sind.

Die Qualifizierung zur Praxisanleitung muss nicht zwingend an einer Fachschule/-akademie absolviert werden. Bitte beachten Sie hier aber unbedingt die jeweils gültigen Vorgaben des Bundeslands: Einige Bundesländer haben hier explizite Vorgaben gemacht, welche Art von Qualifizierung absolviert sein muss.

Die Qualifikation darf nicht vor Bewilligung begonnen oder gebucht sein. Es gilt die Maßgabe: Erst die Förderung beantragen und den Zuwendungsbescheid erhalten, dann anmelden!

Nein, es werden ausschließlich die Ausgaben für die  Qualifizierungsmaßnahme bezuschusst.

Zur Erfüllung des Zuwendungszwecks muss regelmäßig (hier: mindestens im Umfang von durchschnittlich zwei Anleitungsstunden pro Woche und Auszubildendem) eine qualifizierte Praxisanleitung erfolgen. In folgenden Fällen entfällt der Anspruch auf die Förderung, sofern keine nahtlose Nachbesetzung/Vertretung erfolgt:

  • Erkrankung der Praxisanleitung mit Lohnfortzahlung durch Dritte (in der Regel ab der 7.Krankheitswoche)
  • Beschäftigungsverbot / Mutterschutz
  • unbezahlter Urlaub

Ja, die Anleitungsstunden aus dem Bundesprogramm können zusätzlich, jedoch nicht substituierend (d. h. ersetzend) zu den Landesförderungen beantragt werden.

Die Förderung der Praxisanleitung ist immer ergänzend zu den bereits bestehenden Fördermöglichkeiten. Da in Berlin und Brandenburg eine Erstattung von Anleitungskapazitäten bereits gewährleistet ist, können in diesen Bundesländern keine zusätzlichen Anleitungsressourcen beantragt werden.

Das ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Gerade bei einrichtungsübergreifenden Konstellationen ist jedoch zu gewährleisten, dass eine praxis- und zeitnahe Anleitung der Teilnehmenden erfolgt.

Hierzu gibt es keine Vorgaben durch das Bundesprogramm. Die Organisation der personellen Zuständigkeiten liegt im Verantwortungsbereich des Trägers. Die Freistellung kann entweder im Rahmen des vorhandenen Stellenumfangs oder im Rahmen einer Aufstockung des Stellenumfangs erfolgen.

Falls die Freistellung im Rahmen des vorhandenen Stellenumfangs erfolgt, ist sicher zu stellen, dass eine Umorganisation der Zuständigkeiten in der Praxis stattfinden.

Nein, es können auch Anleitungsressourcen für weitere Fachschülerinnen und Fachschüler in einer praxisintegrierten Ausbildung beantragt werden.

Programmbereich 3 – Perspektive mit dem Aufstiegsbonus

Der Bonus kann für Fachkräfte beantragt werden, die gemäß den jeweils geltenden Ländervorgaben („Fachkraft-Katalog“) als pädagogische Fachkräfte gelten

und

vor der Höhergruppierung bzw. Zulagengewährung bei Anwendung des TVöD mindestens in Entgeltgruppe S8a oder analog eingruppiert sind.

Für diese Fachkräfte kann ein Aufstiegsbonus beantragt werden, wenn sie im Rahmen des Bundesprogramms eine besonders schwierige fachliche Tätigkeit übernehmen.

Für die Beteiligung am Bundesprogramm im Programmbereich „Perspektiven mit Aufstiegsbonus“ von kommunalen Trägern kann zudem auf die VKA-Richtline für Erzieherinnen und Erzieher vom 22.März 2019 hingewiesen werden. Nach dieser Richtlinie können diese Träger eine Zulagengewährung umsetzen. Die Richtlinie finden Sie hier.

Manche Bundesländer haben definierte Tätigkeitsfelder festgelegt, einige Bundesländer haben  keine Einschränkungen.

Empfehlenswert ist die Abgrenzung zu bereits bestehenden Tätigkeitsfeldern beim Träger bzw. die Prüfung, ob andere Beschäftigte beim Träger bereits dieselben besonders schwierigen fachlichen Tätigkeiten übernehmen.

Bitte beachten Sie für Berlin, dass das vorgegebene Tätigkeitsfeld herausgehobene Aufgaben im Rahmen von „Praxisanleitung, Ausbildungskoordination  und Kooperation mit der Fachschule“ umfasst. Ziel ist die Förderung und Unterstützung der Verzahnung der Lernorte. Demzufolge kann ein Aufstiegsbonus nur für Personen gewährt werden, die über die Praxisanleitung einzelner Beschäftigter in der berufsbegleitenden Ausbildung hinaus, herausgehobene, die Ausbildung koordinierende Aufgaben innerhalb der Kindertageseinrichtung(en) bzw. des Trägers und in der Kooperation mit den Fachschulen im Sinne der Verzahnung der Lernorte Praxis und Theorie ausführen. 

Eine Förderung von allein originärer Praxisanleitung von Beschäftigten ist nicht möglich, da die Möglichkeit der Zahlung einer Funktionszulage an die mit der Praxisanleitung beauftragte Fachkraft bereits in den Ausführungsvorschriften  für „Zeit für Anleitung“ geregelt ist. (AV Anleitung 02.2018).

Beispiele für eine besonders schwierige fachliche Tätigkeit können sein:

  • Elternberatung und -begleitung
  • Praxisanleitung
  • Kooperation mit der Grundschule
  • Öffnung der Kita im Sozialraum
  • Digitalisierung

Unter (Zusatz-)Qualifizierung werden Maßnahmen zur Qualifikation verstanden, welche über die reguläre Ausbildung zum/zur Erzieher/in hinausgehen.

Die Kriterien entsprechen den jeweiligen Landesvorgaben in Bezug auf u. a. die Tätigkeitsfelder, in welchen die pädagogischen Fachkräfte eingesetzt werden.

Nein. Nur wenn eine Fachkraft eine besonders schwierige fachliche Tätigkeit übernimmt und die hierfür notwendige Qualifikation nachweist, kann ein Aufstiegsbonus gewährt werden. Der Nachweis der Qualifikation erfolgt in der 2. Stufe des Auswahlverfahrens, im Antragverfahren.

Ja, die Qualifizierung zum/zur Elternbegleiter/in kann Grundlage für den Aufstiegsbonus sein – sofern es keine anders lautenden Landesvorgaben gibt.

Dieses Kriterium muss ebenfalls den jeweiligen Landesangaben entsprechen.

Die Qualifizierung muss begonnen haben, aber noch nicht abgeschlossen sein.

Nein, für die Zulage gibt es keinen Mindestbetrag.

Zum aufgezeichneten Webinar zur Interessenbekundung vom 04.04.2019 gelangen Sie hier:

https://drive.gb-ssi.de/d/f/487327778983649412

Seite drucken