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Programmbegleitende Evaluation

Die programmbegleitende Evaluation zum Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen und Erzieher: Nachwuchs gewinnen, Profis binden“ untersucht die Effekte des Bundesprogramms auf die Gewinnung und Bindung von Kita-Fachkräften sowie auf die Qualität der Ausbildungspraxis. Durchgeführt wird sie vom Zentrum für Kinder- und Jugendforschung (ZfKJ) an der Evangelischen Hochschule Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Dörte Weltzien und Prof. Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff.

Vorgesehen ist ein mehrperspektivischer Ansatz, der qualitative und quantitative Erhebungs- und Auswertungsmethoden kombiniert. Die Erhebung und Auswertung findet während der Laufzeit des Bundesprogramms statt, um erste Ergebnisse sowie Prozess- und Steuerungswissen zu generieren und eine Bewertung des Programms im Hinblick auf dessen Wirksamkeit vorzunehmen. Die Identifikation von Beispielen guter Praxis und Gelingensbedingungen sind weitere Ziele des Evaluationsteams, um Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Pro Programmbereich sind insgesamt zwei Erhebungszeitpunkte vorgesehen. Bei der Analyse der Maßnahmen in den Programmbereichen werden dabei auch externe Faktoren in den Blick genommen wie z. B. spezifische Rahmenbedingungen in den Bundesländern oder Trägerstrukturen.

Das Evaluationsteam setzt sich mit den Fachschülerinnen und Fachschülern, mit den geförderten Fachkräften und mit den Trägern im Bundesprogramm in Verbindung, um die konkrete Umsetzungspraxis in den drei Programmbereichen und deren Wirksamkeit zu untersuchen. Die Ergebnisse werden prozessbegleitend und zielgruppenspezifisch aufbereitet und der Fachpraxis zur Verfügung gestellt.
 

Zwischenbericht veröffentlicht

Im Dezember 2020 veröffentlichte das Zentrum für Kinder- und Jugendforschung den Zwischenbericht zur Evaluation des Bundesprogramms. Dieser stellt die Fragestellungen sowie das Design der Evaluation vor und gibt einen ersten Einblick in die Ergebnisse der Erhebungen.

Die quantitativen Ergebnisse zeigen über alle befragten Gruppen und Programmbereiche hinweg eine sehr hohe Zufriedenheit mit dem Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive“.

Leitungskräfte, Auszubildende, Praxisanleitungen sowie Fachschullehrkräfte bewerteten u.a. auf einer Skala von 1 (gar nicht zufrieden) bis 5 (sehr zufrieden) die Zufriedenheit mit den Arbeits- und Lernbedingungen der Auszubildenen. Fachschullehrkräfte schätzen die Zufriedenheit der Auszubildenden mit deren Arbeits- und Lernbedingungen etwas höher ein (4,16) als Praxisanleitungen (3,78) und Leitungskräfte (3,80). Die kleinen, aber signifikanten Unterschiede könnten dadurch erklärt werden, dass die Fachschullehrkräfte weniger stark an der täglichen Praxis der Auszubildenen beteiligt sind. Die Auszubildenen selber liegen mit ihrer Zufriedenheit (3,94) zwischen den anderen befragten Gruppen.

Auch in den Bereichen Anleitungsqualität und Fähigkeiten der Praxisanleitung, Kompetenzen der Praxisanleitung in den pädagogischen Handlungsfeldern und Fähigkeiten der Auszubildenden bezüglich der Umsetzung der Anleitung zeigen sich positive Bewertungen.

Im weiteren Verlauf der Erhebungen werden noch Interviews geführt und statistische Analysen für weitere Programmbereiche durchgeführt.
 

Expertise zur praxisintegrierten Ausbildung veröffentlicht 

Die „Expertise zur praxisintegrierten Ausbildung – Überblick, Perspektiven und Gelingensbedingungen“ baut auf bisherigen Ergebnissen der Evaluation des Bundesprogramms „Fachkräfteoffensive“ auf. Das Zentrum für Kinder- und Jugendforschung stellt in der Expertise die Strukturmerkmale sowie Gelingens- und Hemmfaktoren der praxisintergierten Ausbildung (PiA) vor. Zudem formuliert das ZfKJ Handlungsempfehlungen für die an der PiA beteiligten Akteurinnen und Akteure in Fachschule, Praxis und auf Trägerebene.

Die Ergebnisse der Expertise zeigen, dass die befragten Akteurinnen und Akteure im Programm insgesamt sehr zufrieden mit den Arbeits- und Lernbedingungen sind. Die Auszubildenden nehmen vor allem den Aspekt der Vergütung als sehr positiv wahr. Verbesserungsbedarf zeigt sich häufig in der Abstimmung zwischen den Ausbildungsorten Schule und Praxis. Um das Ausbildungsmodell PiA für zukünftige Fachkräfte attraktiv zu gestalten, ist es erforderlich, dass alle beteiligten Akteurinnen und Akteure miteinander kooperieren. Die Expertise benennt weitere Aspekte, die zum Gelingen der praxisintegrierten Ausbildung beitragen – beispielsweise ein passgenaues Bewerbungsverfahren, ein gesundes Arbeitsklima und die gegenseitige Wertschätzung der Fachkräfte in Kita-Teams.


Kontakt

Zentrum für Kinder- und Jugendforschung an der Evangelischen Hochschule Freiburg
Projektleitung: Prof. Dr. Dörte Weltzien
E-Mail: weltzieneh-freiburg.de
 

Weitere Informationen

Weltzien, D., Hoffer, R., Hohagen, J., Kassel, L. & Wirth, C. & (2020). Evaluation des Bundesprogramms Fachkräfteoffensive. Zwischenbericht. Freiburg. (PDF, nicht barrierefrei, 1,81 MB)

Weltzien, D., Hoffer, R., Hohagen, J., Kassel, L. & Wirth, C. (2021). Expertise zur praxisintegrierten Ausbildung. Überblick, Perspektiven und Gelingensbedingungen. Freiburg. (PDF, nicht barrierefrei, 1,00 MB)

Über das Programm: „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen und Erzieher: Nachwuchs gewinnen, Profis binden“

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