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Zusatzlogo: Gezeichnetes Kind springt auf farbigen rechteckigen Blöcken.

Online-Veranstaltungen der Fachkräfteoffensive – Was Fachkräfte in der Kindertagesbetreuung bewegt

Öffentlicher Live-Talk mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Gästen

Corona-bedingt fand die ursprünglich als Präsenzveranstaltung geplante Konferenz im Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen und Erzieher: Nachwuchs gewinnen, Profis binden“ in diesem Jahr digital statt. Alle interessierten Personen konnten das Auftaktgespräch mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und weiteren Gästen in einem Live-Stream verfolgen. Außerdem hatten die Zuschauerinnen und Zuschauer die Möglichkeit Fragen an die Diskussionsrunde einzureichen und an Umfragen teilzunehmen.

In der Gesprächsrunde tauschte sich die Bundesfamilienministerin mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Wissenschaft und Kita-Praxis sowie geförderten Personen der „Fachkräfteoffensive" aus. Der Blick war dabei insbesondere in die Zukunft gerichtet:

  • Wie verändert sich die Ausbildung?
  • Welche Erfahrungen liegen zur Zusammenarbeit von Lernort Schule und Lernort Kita vor?
  • Welche Entwicklungsperspektiven gibt es für die Fachkräfte?
  • Wie verändert sich der Kita-Alltag

Im Anschluss an das Auftaktgespräch fanden Online-Veranstaltungen für geförderte Personen des Bundesprogramms „Fachkräfteoffensive" statt, die am 1. und 8. Oktober wiederholt wurden. Die Dokumentationen der Workshops sind auf der Projekt-Plattform der Fachkräfteoffensive abrufbar.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey während der Diskussion Bundesfamilienministerin Franziska Giffey während der Diskussion
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey während der Diskussion Bundesfamilienministerin Franziska Giffey während der Diskussion Während der Diskussion Während der Diskussion Die Gesprächsrunde Die Gesprächsrunde Blick in die Gesprächsrunde Blick in die Gesprächsrunde Bundesfamilienministerin Franziska Giffey während der Diskussion Bundesfamilienministerin Franziska Giffey während der Diskussion

Videoaufzeichnung des Live-Gesprächs am 22.September 2020

 

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey spricht mit

  • Cindy Hunstock, Fachkraft mit Aufstiegsbonus in der Fachkräfteoffensive, Kindergarten „Zwergenschlösschen“, Krauthausen
  • Eike Rößler, PiA Auszubildender bei der BOOT gGmbH, Berlin
  • Kati Karney, Geschäftsführender Vorstand AWO Bezirksverband Brandenburg Ost e.V. 
  • Prof. Dr. Ralf Haderlein, Hochschule Koblenz

Moderation: Johannes Büchs

 

Chat-Fragen aus der Digitalen Veranstaltung zur Fachkräfteoffensive an die Podiumsrunde am 22.9.2020

Beim öffentlichen Live-Talk konnten Zuseherinnen und Zuseher ihre Fragen an die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey stellen. Von dieser Möglichkeit haben viele Interessierte Gebrauch gemacht und verschiedenste Fragen zum Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive" und rund um das Thema Kindertagesbetreuung eingereicht. Aus zeitlichen Gründen konnte die Bundesfamilienministerin in der Diskussionsrunde nicht auf alle Fragen eingehen. Deshalb findet sich untenstehend eine schriftliche Beantwortung von Fragen, die häufig eingereicht wurden.

Die FAQs zur „Fachkräfteoffensive" finden Sie außerdem auf der Webseite des Bundesprogramms. Bei weiteren Fragen können Sie sich zur Beratung an die Servicestelle der Fachkräfteoffensive wenden.

 

Die drei „Ps“ stehen für die drei Programmbereiche im Bundesprogramm Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher:

  1. Mehr Plätze in der praxisintegrierten vergüteten Ausbildung
    Der Bund gewährt modellhaft Trägern einen monatlichen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung: im ersten Ausbildungsjahr von 100 Prozent, 70 Prozent im zweiten und 30 Prozent im dritten (inklusive der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung). Die Ausbildungsvergütung beträgt im ersten Jahr 1140 Euro, im zweiten 1202 Euro und im dritten 1303 Euro im Monat.
     
  2. Gute Praxis durch professionelle Begleitung
    Das Bundesprogramm stellt bis zu 1000 Euro pro Person zur Verfügung für die Weiterqualifizierung zu professionellen Anleitungskräften und finanziert zusätzliche Zeit für die Ausbildung des Nachwuchses in der Praxis.
     
  3. Berufliche und finanzielle Perspektiven mit dem Aufstiegsbonus
    Der Bund gibt bis zu 300 Euro pro Monat und Person, um Erzieherinnen und Erzieher besser zu vergüten, die eine Zusatzqualifikation erworben haben und besondere Aufgaben übernehmen. 

Die Fachkräfteoffensive des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat einen wirksamen Impuls für attraktivere Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen und Erzieher gesetzt. Seit 2019 werden rund 2.500 vergütete Ausbildungsplätze zum zur Erzieherin/zum Erzieher, sowie die Qualifizierung und die Freistellung von Praxisanleitungen und der Aufstiegsbonus gefördert. Hierfür hat die Bundesregierung bis einschließlich 2021 insgesamt 160 Mio. Euro für die Fachkräfteoffensive eingeplant. Die Förderung der Auszubildenden ist darüber hinaus bis zum Abschluss der Ausbildung Mitte 2022 sichergestellt.

Die Fachkräfteoffensive zeigt bereits über die direkte Förderung hinaus Wirkung:
Durch die dreijährige Förderung im Rahmen der Fachkräfteoffensive gibt es nun erstmalig in jedem Bundesland ein Angebot für die praxisintegrierte, vergütete Ausbildung. Zahlreiche Länder haben – auch mit Mitteln aus dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und der Teilhabe in der Kindertagesbetreuung - eigene Maßnahmen zur Fachkräftesicherung gestartet und die Zahl der geförderten Plätze aufgestockt. Insgesamt werden mit dem Gute-KiTa-Gesetz und der Fachkräfteoffensive des Bundes rund 580 Mio. Euro eingesetzt, um die Ausbildung und die Arbeitsbedingungen der Fachkräfte zu verbessern.

Um die Attraktivität der Erzieherausbildung weiter zu erhöhen, hat die Kultusministerkonferenz zudem beschlossen, das Modell der praxisintegrierten Ausbildung zu einer Regelausbildungsform einzuführen. Die Bundesregierung hat geregelt, dass die praxisintegrierte Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin bzw. zum staatlich anerkannten Erzieher unter die Sozialversicherungspflicht fällt, sofern Ausbildungsvertrag und Anspruch auf Ausbildungsvergütung bestehen.

In der Corona-Krise wurde deutlich, was die Fachkräfte täglich leisten, um die Notbetreuung zu gewährleisten, Kontakt zu den Familien zu halten, den Weg zurück in die Kita zu gestalten und dabei die vielfältigen Anforderungen an den Infektionsschutz umzusetzen. Die vergangenen Monate haben für viele Fachkräfte auch große Belastungen und Verunsicherung mit sich gebracht. Der Schutz der Fachkräfte, der Kinder und der Eltern muss daher im Vordergrund stehen. In der praktischen Umsetzung sind die Träger der Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege dafür verantwortlich, für einen ausreichenden Gesundheitsschutz Sorge zu tragen. Fachberatungen und die Jugend- und Gesundheitsämter stehen hierbei beratend zur Seite und auch die Länder stellen aktuelle Empfehlungen und Leitlinien für die Umsetzung des Regelbetriebs in der Kindertagesbetreuung bereit. Und auch die Bundesregierung leistet Unterstützung beim Umgang mit der Corona-Pandemie:

  1. Mit der Corona-KiTa-Studie werden verlässliche Aussagen zum Infektionsgeschehen in der Kindertagesbetreuung generiert. Damit sollen insbesondere die pädagogischen Fachkräfte und die Eltern mehr Sicherheit erhalten. Ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Studie ist das KiTa-Register, das am 11.8.im August gestartet ist. Erste Ergebnisse und die Möglichkeit der Registrierung gibt es auf der Website der Studie. Am 12. Oktober startet die Teilstudie COALA, die im Detail das Infektionsgeschehen bei mit Corona infizierten Kindern untersuchen wird, mit einer kindgerechten Testmethode, die extra entwickelt wurde und die weitere Erkenntnisse über den Krankheitsverlauf bei Kindern erbringen wird.
     
  2. Der Corona-KiTa-Rat behält die Entwicklungen bundesweit im Blick und arbeitet an gemeinsamen Empfehlungen und Praxis-Tipps. 
     
  3. Mit dem 5. Investitionsprogramm werden zusätzliche Mittel für den Kitaplatz-Aus- und -umbau bereitgestellt, die auch für Investitionen in neue Hygiene- und Raumkonzepte verwendet werden können, die aufgrund der Corona-Pandemie notwendig sind, um Fachkräfte und Kinder zu schützen. Mehr dazu auf dem Portal Frühe Chancen.

Die Gewinnung und Sicherung von Fachkräften ist ein prioritäres Handlungsfeld im Gute-KiTa-Gesetz und zehn Bundesländer investieren Teile der Bundesmittel aus dem Gute-KiTa-Gesetz in dieses Handlungsfeld.

Die Mittel gehen zum Beispiel in zukunftsfähige Ausbildungsmodelle in die bedarfsgerechte Unterstützung durch Fachberatung bis hin zu Fort- und Weiterbildungsangeboten. Mehr dazu auf dem GUTE KITA PORTAL. Aber auch weitere Maßnahmen, wie die Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation oder die Stärkung der Kita-Leitungen machen das Arbeitsfeld für die Beschäftigten attraktiver.

Die Festlegung der Personalschlüssel bzw. der Gruppengrößen liegt in der Zuständigkeit der Länder. Der Bund hat hierauf keinen direkten Einfluss.

Allerdings ist die Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels eines der prioritären Handlungsfelder des Gute-KiTa-Gesetzes. 11 der 16 Länder investieren ihre Mittel ganz oder teilweise an dieser Stelle. So verbessert das Land Hamburg beispielsweise den Betreuungsschlüssel im Krippenbereich mit den Mitteln aus dem Gute-KiTa-Gesetz: Künftig wird dort eine pädagogische Fachkraft in der Krippe maximal vier Kinder betreuen. Oder Sachsen finanziert Zeiten für mittelbare pädagogische Arbeit.

Mit den Mitteln des Gute-KiTa-Gesetz können auch Maßnahmen der Länder zur Entlastung der Eltern bei den Gebühren gefördert werden. Dies ist ein Ergebnis des mehrjährigen Qualitätsprozess von Bund und Ländern unter Beteiligung der Kommunalen Spitzenverbände, der Fach- und Trägerverbände, der Gewerkschaften und Expertinnen und Experten der Wissenschaft. Demzufolge ist es auch ein qualitatives Merkmal guter Kindertagesbetreuung, wenn Hürden der Inanspruchnahme abgebaut werden – bis hin zur Beitragsfreiheit.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) stärkt mit dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ die alltagsintegrierte sprachliche Bildung, die inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien in bundesweit mehr als 6.000 Kitas. Die Bundesregierung hat beschlossen, das erfolgreiche Bundesprogramm fortzusetzen. Das heißt, grundsätzlich werden die aktuell im Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ geförderten Einrichtungen ihre Arbeit 2021 und 2022 fortsetzen können. Neue Einrichtungen können ggfs. als Nachrücker aufgenommen werden, falls einzelne Einrichtungen ihre Arbeit im Programm nicht fortsetzen. Das Antragsverfahren für die zweijährige Programmfortsetzung lief bis zum 30. September 2020. Da es auch in diesen Einrichtungen Fluktuation gibt und Stellen neu besetzt werden, lohnt es sich, gezielt nach Ausschreibungen für Sprach-Kita-Fachkräfte zu suchen. Diese finden sich beispielsweise auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe unter dem Suchbegriff „Sprach-Kita“. Auch die Servicestelle „Sprach-Kitas“ berät zu allen Fragen rund um das Bundesprogramm: 030 – 390 634 710 bzw. kontakt@sprach-kitas.de. Weitere Informationen finden sich auch auf der Website des Bundesprogramms.

 

 

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