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„Sie ist immer und überall da, sie hilft uns sehr und ist die gute Seele unseres Hauses!“

Tanzen im Garten mit Kita-Helferin

Die AWO Kindertagesstätte und Krippe Pirmasenser Straße beschäftigt seit April 2021 eine Kita-Helferin: Nimco Abdi Jakob, genannt Susu. Finanziert wird die neue Stelle mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive“. Nimco Abdi Jakob nimmt innerhalb der Kita vor allem für geflüchtete Familien eine wichtige Rolle in der Zusammenarbeit ein. Direkt neben der Kita befindet sich eine Unterkunft für Geflüchtete. 70 Prozent der Kita-Kinder haben einen Migrationshintergrund. Nimco Abdi Jakob ist in Afrika in Somalia geboren. Neben Somali spricht sie auch Arabisch, Englisch und Deutsch. 

Im Interview berichtetet die Kita-Helferin zusammen mit der Einrichtungsleitung Silke Rietzler über ihren Kita-Alltag, die Herausforderungen während der Corona-Pandemie und inwiefern die Einrichtung von zusätzlichem Personal profitiert. 

„Sie hat diese sehr besondere Art, mit anderen Menschen und ihren Kulturen umzugehen!“ 

„Ich bin sehr glücklich und dankbar darüber, dass ich als Kita-Helferin arbeiten kann. Die Arbeit bereitet mir große Freude“, erzählt Nimco Abdi Jakob im Gespräch. Ihre Kinder besuchten ebenfalls die Kita in der Pirmasenser Straße, weshalb sie seit 20 Jahren mit der Einrichtung und den Strukturen vertraut ist. Seit fünf Jahren arbeitet sie in der freiwilligen Flüchtlingshilfe. Ihr war es schon immer ein Herzensanliegen, anderen Menschen zu helfen und für sie da zu sein. Seit April unterstützt sie das Kita-Team in der Pirmasenser Straße mit unterschiedlichen Aufgaben. Ganz besonders gut gefällt Nimco Abdi Jakob der Austausch mit den Familien. Sie hilft ihnen dabei, in Deutschland anzukommen. Silke Rietzler und ihre Kolleginnen und Kollegen sind ganz begeistert von Nimco Abdi Jakob: „Sie ist immer und überall da, sie hilft uns sehr und ist die gute Seele unseres Hauses. Sie hat diese sehr besondere Art, mit anderen Menschen und ihren Kulturen umzugehen!“ 

„Sie lässt uns verstehen, was die Familien teilweise erlebt haben.“ 

„Corona-bedingt durften die Eltern ihre Kinder nicht mehr in den Gruppenraum bringen. Nimco Abdi Jakob holte die Kinder von der Eingangstür ab und begleitete sie nachmittags wieder zurück zu ihren Eltern“, berichtet Silke Rietzler. Das war für die pädagogischen Fachkräfte der Einrichtung eine große Erleichterung. Sie konnten währenddessen mit den anderen Kindern die Gruppenarbeit fortführen. „Das ständige Hin- und Herlaufen war anfangs nicht nur sehr anstrengend, sondern es brachte auch unheimlich viel Unruhe mit sich“, erläutert Silke Rietzler.

Nimco Abdi Jakob nimmt innerhalb der Einrichtung zudem eine dolmetschende und kulturvermittelnde Rolle für die geflüchteten Familien ein. Sie erklärt ihnen die deutsche Kultur und übersetzt die Bedürfnisse und Fragen der Familien zur institutionellen Kindertagesbetreuung. Auch den pädagogischen Fachkräften der Einrichtung erklärt sie die unterschiedlichen Erziehungsmethoden und auf Grundlage welcher kulturellen Werte die Eltern ihre Entscheidungen treffen. „Nimco Abdi Jakob vermittelt uns die Kulturen verschiedener Länder. Sie lässt uns verstehen, was die Familien teilweise erlebt haben. Das ist für uns eine unglaubliche Bereicherung. Wir können nun mit den Kindern pädagogisch ganz anders arbeiten“, erzählt Silke Rietzler.  

Auch den Kindern bringt Nimco Abdi Jakob ihre Kultur näher. Als Kita-Helferin arbeitet sie zwar nicht pädagogisch, ist aber auch an Musik- und Tanzaktivitäten beteiligt. „Ich liebe es, wenn wir zusammen im Garten tanzen und Musik machen. Gerade nach der Corona-Pandemie freuen sich die Kinder so sehr über die Angebote“, berichtet Nimco Abdi Jakob im Gespräch. Die Kita führte während der Pandemie eine App ein, über die die Eltern Einblicke in den Alltag erhalten: von Essensplänen über Termine bis zu pädagogischen Angeboten. Nimco Abdi Jakob brachte den Eltern die App näher und übersetzte die Inhalte für einige Familien. 

„Wir möchten unsere Kita-Helferin so gerne halten!“ 

Derzeit machen sich Silke Rietzler und ihr Team viele Gedanken, wie sie Nimco Abdi Jakob auch langfristig für die Kita gewinnen können. „Sie hat drei Kinder. Eine Ausbildung in Vollzeit kommt für sie nicht in Frage. Zudem müsste sie einen Sprachkurs absolvieren, um ihre Deutschkenntnisse weiter zu verbessern“, erklärt Silke Rietzler. Bedarf gibt es auch über die Corona-Pandemie hinaus. Die vielen Kleinigkeiten, die die Kita-Helferin übernimmt, entlasten die Fachkräfte nach Silke Rietzlers Aussage sehr. Gerade, weil die Anforderungen an pädagogisches Personal ansteigen. „Endlich haben sie wieder Zeit, ausschließlich ihrer pädagogischen Arbeit nachzugehen! Das steigert die Qualität in der frühen Bildung“, stellt die Leiterin fest. Nicht nur die Fachkräfte und Eltern können sich einen Kita-Alltag ohne Nimco Abdi Jakob schwer vorstellen. Auch den Kindern würde sie ganz besonders fehlen. Die AWO Kindertagesstätte und Krippe Pirmasenser Straße hofft deshalb sehr darauf, einen Weg für eine Weiterbeschäftigung zu finden.

 

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