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„Erzieherinnen und Erzieher oder pädagogische Fachkräfte sind Mitgestalterinnen und Mitgestalter, um die Welt ein bisschen besser zu machen.“

Kathrin Janert ist seit 2007 Vorständin des Evangelischen Kirchenkreisverbandes für Kindertageseinrichtungen Berlin Mitte-Nord, der Träger von 35 Kitas ist. Sie selbst ist gelernte Erzieherin, Sozialpädagogin und Sozialmanagerin. Innerhalb des Bundesprogramms „Fachkräfteoffensive“ hat sie sich als Trägervertreterin vor allem für den Aufstiegsbonus interessiert und beworben.

Für Kathrin Janert ist der Beruf der Erzieherin bzw. des Erziehers ein ganz besonderer: „Erzieherinnen und Erzieher oder pädagogische Fachkräfte sind Mitgestalterinnen und Mitgestalter, um die Welt ein bisschen besser zu machen“ sagt sie. Dies sei auch die Motivation vieler ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sie tagtäglich in den Kitas erlebe. Für Kathrin Janert ist es ein Beruf mit Zukunft – der Bereich der frühen Bildung habe in den letzten Jahren eine Aufwertung erfahren, „die aber leider immer noch nicht überall gesellschaftlich und politisch angekommen ist“, beschreibt sie. Die institutionelle Betreuung habe sich stark weiterentwickelt: „Wenn man überlegt, wie viel Zeit Kinder mittlerweile in einer Institution oder in der Kita verbringen, haben die pädagogischen Fachkräfte eine verantwortungsvolle Zukunftsaufgabe.“ Für Kathrin Janert sei die Kita der Ort, „wo Kinder die Möglichkeit bekommen sollen, sich selbstbestimmt und selbstwirksam zu entwickeln, zu spielen und zu lernen.“ Kinder und Eltern sollten aus ihrer Perspektive gleichermaßen heraus sowohl Verlässlichkeit als auch einen geschützten Raum erleben können.

Mit dem Aufstiegsbonus berufliche Perspektiven eröffnen

Da sich der Beruf und seine Anforderungen so verändert haben, hat sie sich auch als Trägervertreterin für den Aufstiegsbonus interessiert. Für die meisten Erzieherinnen und Erzieher sei mit der Berufsausbildung oder dem Studium der Ausbildungsweg zu Ende. „Über diese Zusatzqualifikation und einen Aufstiegsbonus gibt es dann die Möglichkeit, sich weiterzubilden und sich eine berufliche Perspektive zu eröffnen“, schildert Kathrin Janert. Dabei ist ihr „neben der emotionalen Wertschätzung für den Beruf auch eine finanzielle Wertschätzung derer wichtig, die zusätzliche Verantwortung und Aufgaben übernehmen.“ Die „Fachkräfteoffensive“ bietet die Möglichkeit, zusätzliche Leistung in finanzieller Form zu honorieren.
Da das Land Berlin den Aufstiegsbonus ausschließlich für koordinierende Tätigkeiten für die Praxisbegleitung von Auszubildenden gewährt, profitiert bislang nur eine Mitarbeiterin davon. Eigentlich ist es jedoch Kathrin Janerts Wunsch, dass auch Praxisbegleiterinnen und Praxisbegleiter sowie Fachkräfte für Sprachförderung oder Integration durch den Aufstiegsbonus honoriert werden. Denn diese übernehmen zusätzliche Verantwortung, die aus ihrer Sicht zusätzliche Wertschätzung erfahren sollte.

Besondere Tätigkeit - Praxiskoordination der berufsbegleitenden Auszubildenden und Praxisbegleiterinnen bzw. Praxisbegleiter

Die Mitarbeiterin, die derzeit den Aufstiegsbonus beim Evangelischen Kirchenkreisverband für Kindertageseinrichtungen Berlin Mitte-Nord erhält, ist Erzieherin und Kindheitspädagogin. Sie übernimmt die Praxiskoordination sowohl für die berufsbegleitenden Auszubildenden als auch für die  Praxisbegleiterinnen und Praxisbegleiter, die in den Einrichtungen die Praxisanleitung für die Auszubildenden übernehmen. Die geförderte Mitarbeiterin organisiere regelmäßige Treffen, sodass die Auszubildenden und Praxisbegleitungen im regelmäßigen Austausch miteinander stehen können. „Außerdem koordiniert sie Kooperationen mit den Fachschulen, mit denen wir eng zusammenarbeiten und hat mit den Kitas einen Leitfaden für die Praxisbegleitung erarbeitet. Damit können alle Einrichtungen des Trägers nach einem gut durchdachten, qualifizierten System diese Praxisbegleitung durchführen“, beschreibt Kathrin Janert die Tätigkeiten der Mitarbeiterin.

„Jeder Träger sollte ein Interesse daran haben, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entwickeln und zu halten.“

Für Kathrin Janert hängt die Förderung von Zusatzqualifikationen vor allem mit Personalpflege zusammen. Es sei wichtig, Anreize zu schaffen, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem Arbeitsfeld zu halten und lebenslanges Lernen zu fördern: „Wir lernen zwar alle gerne lebenslang, dafür braucht es aber trotzdem einen finanziellen Anreiz, sodass das, was ich erlernt habe, auch wertgeschätzt und wahrgenommen wird.“ Deshalb ist es für sie nur legitim, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mehr Verantwortung oder zusätzliche Aufgaben übernehmen und bereit sind, sich zusätzlich zu qualifizieren, auch besser zu entlohnen. Für sie sei wichtig, dass andere Träger von Kindertageseinrichtungen von dem Gedanken wegkämen, alle gleich zu bezahlen und keine großen Unterschiede zwischen den einzelnen Berufsgruppen bzw. extra Qualifikationen zu machen.

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